Gartentipps

Der Garten im April 2012

Tipp: Tulpen-Magnolien bieten einen geradezu spektakulären Anblick, wenn im April ihre noch kaum beblätterten Zweigen mit opulenten Blüten übersät sind. Wer so eine Kostbarkeit in seinem Garten noch vermisst, kann schnell noch Abhilfe schaffen, denn das späte Frühjahr ist ein guter Pflanztermin. Aktuell angebotene blühende Topfware ist zwar etwas teurer, schafft aber sofort einen Glanzpunkt im Garten.


Sommerkohlrabi aussäen
Für den Sommer- und Herbstbedarf werden Kohlrabi Anfang April ausgesät. Wer über einen längeren Zeitraum (August bis Oktober) ernten möchte, sollten Ende April noch einmal zur Saattüte greifen. Besonders geeignet sind dafür Herbstsorten wie ‚Azur Star’, ‚Korridor’ oder ‚Octave’. Gesät wird entweder auf ein Freilandbeet und danach pikiert oder man sät einzeln direkt in kleine Töpfe, die im Frühbeet aufgestellt werden. Diese Methode bringt gesunde Jungpflanzen mit kräftigen Wurzelballen, lohnt sich aber nur, wenn wenige Pflanzen benötigt werden. Kohlrabi leidet in manchen Jahren stark unter den Larven der Kohlfliege. Ein guter Schutz gegen die unerwünschten Gäste sind Insektenschutznetze, die rechtzeitig – am besten sofort nach der Pflanzung – aufgelegt werden.

Obstblüte schützen
Temperaturen unter 0° Celsius gefährden die Obstblüte im Garten. Wirksamer Frostschutz ist selbst im Erwerbsobstbau schwierig. Im Garten lassen sich Beerensträucher am ehesten vor Blütenfrost schützen. Jutegewebe oder Papier – über leichte Gerüste gespannt – können die Spätfrostschäden mindern. Bei allen groß werdenden Obstgehölzen ist es besser, vor allem in rauen Lagen nach spät blühenden Sorten Ausschau zu halten. Schon wenige Tage Blühverzug können die Gefahr von Frostschäden abwenden, da die offene Blüte am empfindlichsten reagiert. Beim Apfel sind die Unterschiede in der Blütezeit am größten. Als mittelspät bis spät blühende Sorten gelten unter anderem ‚Pia’, ‚Pilot’ oder ‚Rebella’. Weitere, spät blühende Obstarten sind Himbeere, Quitte oder Walnuss.

Clematis pflegen
Bei der Waldrebe (Clematis) kann man oft erst im April feststellen, wie viel Holz im Winter erfroren ist und weggeschnitten werden kann. In schneearmen und strengen Wintern frieren Clematis manchmal bis zum Boden zurück. Sie treiben in der Regel aber von unten wieder aus. Gehören die Waldreben zur Gruppe der am vorjährigen Holz blühenden Sorten, erscheinen bei großen Frostschäden in dieser Saison keine Blüten. Sind die Pflanzen gänzlich dahin, kann jetzt neu gepflanzt werden. Dazu sollte man gute Topfware mit ausreichend entwickelten Ballen erwerben. Waldreben werden etwa 5 cm tiefer gepflanzt, als sie vorher im Topf standen. Da Clematis als Waldbewohner im unteren Bereich empfindlich auf Sonnenlicht reagieren, sollte der Boden nach der Pflanzung mit  einer dicken Schicht Mulch bedeckt und die Stängel durch Vorpflanzen schattenspendender Stauden (40 bis 70 cm) geschützt werden.

Dahlien pflanzen
Dahlienknollen können oft schon Ende April in den Boden gebracht werden. Überwinterte Knollen wachsen nur, wenn der Knollenhals gesund ist, denn Dahlien treiben nur an dieser Stelle aus. Daher sollten auch neu gekaufte Knollen noch im Geschäft sorgfältig auf Krankheiten und Schäden geprüft werden. Man erspart sich so die Enttäuschung darüber, dass sich nach der Pflanzung nichts tut. Hochwüchsige Dahlien-Sorten benötigen Stützpfähle, die vor dem Pflanzen gesetzt werden. Das schützt die Knollen vor Beschädigung. Dahlienknollen werden so tief gesetzt, dass sie mindestens zehn Zentimeter mit Erde bedeckt sind. Das gibt Standsicherheit und schützt vor Spätfrösten. Der Pflanzabstand ist sortenabhängig und wird je nach Sortenauswahl eingehalten.

Gefurchter Dickmaulrüssler


Der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) ist ein häufiger Schädling im Garten. Zurzeit treten die im Boden lebenden Larven des Käfers auf. Sie fressen an den Pflanzenwurzeln und verursachen zum Teil erhebliche Schäden.

Zur Bekämpfung der Larven lassen sich bei ausreichend hohen Temperaturen gut insektenpathogene Nematoden einsetzen. Wirksam sind vor allem die Nematodenarten Heterorhabditis bacteriophora und Heterorhabditis megidis. Gegen überwinternde Larven kann im Frühjahr darüber hinaus aber auch der Nematode Steinernema kraussei ausgebracht werden. Die Art ist bereits ab einer Bodentemperatur von 5 °C aktiv. Die Heterorhabditis-Nematoden hingegen benötigen mindestens 12 °C Bodentemperatur.

Zur Behandlung werden die Nematoden, die sich in einem Tonmineralpulver befinden, in Wasser gegeben und anschließend mit einer Gießkanne auf der zu behandelnden Fläche ausgebracht. Zu beachten ist, dass der Boden bei und auch nach der Ausbringung ausreichend feucht gehalten wird. Nur so ist es möglich, dass sich die Nematoden im Boden fortbewegen und zur Parasitierung zu den Dickmaulrüsslerlarven gelangen können. Günstige Zeiträume für die Ausbringung liegen im April/Mai und später im August/September. Von den Nematoden wird neben den Larven auch das Puppenstadium des Dickmaulrüsslers erfasst.
 

         

        

         


Text und Fotos: Andreas Vietmeier,
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst

Gartentipp Mai 2012

Der Garten im Mai 2012

Tipp für Balkongärtner: Vorratsdüngung in Form von Düngestäbchen, -granulat oder
-tabletten ist eine praktische Angelegenheit für alle, die wenig Zeit haben und mit dem Gießen bereits genug beschäftigt sind. Je nach Produkt sind die Pflanzen so für zwei bis sechs Monate versorgt. Notieren sollte man sich allerdings den nächsten fälligen Düngetermin im Kalender, damit die Pflanzen nicht plötzlich „hungern“ und kümmern.

Buschbohnen aussäen
Da Buschbohnen Bodentemperaturen von 9 bis 10°C benötigen, ist eine Aussaat vor dem 15. Mai nicht zu empfehlen. Auf schweren, nassen Böden sollte man besser bis Ende Mai warten. Ausgesät wird in Horsten. Das bedeutet, alle 30 cm kommen fünf bis sechs Samen in den Boden. Späte Aussaaten in warmem Erdreich holen den damit verbundenen Wachstumsrückstand schnell auf. Buschbohnen bevorzugen sonnige, nicht zu regenreiche Lagen. Sie stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden, er sollte humusreich sein. Als Vorfrucht sollten Hülsenfrüchte aller Art vermieden werden. Buschbohnen sind stark magnesiumbedürftig. Sichtbares Zeichen für Magnesiummangel sind aufgehellte Gewebebereiche zwischen den Blattadern. Abhilfe schaffen magnesiumhaltige Mineraldünger.

Erdbeeren schützen
Grauschimmel (Botrytis) ist der „Rivale“ köstlicher Erdbeeren. Vorbeugende Maßnahmen sind: Sorgfältiges Säubern des Pflanzenbestandes von abgestorbenen Blättern bereits im April, weiter Pflanzenabstand, Sortenwahl, kurze Kulturdauer und richtiges Gießen (morgens zwischen die Pflanzen, ohne Blätter und Früchte zu benetzen). Eine weitere Maßnahme zur Verringerung des Grauschimmelbefalls ist das Abdecken des Bodens mit schützendem Material. Verwendet werden geschnittenes Stroh, Häcksel oder Holzwolle. Da schützt nicht nur vor Verschmutzung, sondern lässt die Früchte bei Nässe schneller abtrocknen und hilft gegen Schnecken- und Tausendfüßer-Fraß. Von grobem Torf, der hier und da empfohlen wird, sollte aus Ressourcenschutzgründen abgesehen werden.

Blumenzwiebeln pflegen
Sobald Tulpen im Verblühen sind, sollten die Fruchtkapseln abgeschnitten werden. Tulpen setzen oft Samen an, die die Entwicklung der Zwiebeln stark beeinträchtigen. Zwischen die abgeblühten Zwiebelpflanzen können nun Sommer- bzw. Einjahrsblumen gesetzt werden. Das betrifft vor allem Beete, in denen Tulpen und Narzissen im Boden belassen werden. Die Sommerblumen sollten der Höhe der umgebenden Stauden angepasst sein. Geeignete Lückenfüller sind Studentenblumen (Tagetes), Zinnien, Sommerazaleen (Godetia) und für den vorderen Beetbereich Männertreu (Lobelia), Portulakröschen (Portulaca) und der polsterbildende Duftsteinrich (Lobularia), den es als violett und weiß blühende Sorten gibt.

Wandelröschen pflanzen
Wandelröschen (Lantana) sind dankbare Blüher für Terrasse, Balkon und Blumenbeet. Sie lieben viel Sonne und Wärme. Ein nährstoffreiches Substrat und regelmäßiges Düngen sorgen für üppigen Flor. Junge Wandelröschen sind Dauerblüher für den Balkonkasten, ältere Pflanzen dekorative Kübelgewächse. Lantana können sehr gut in Form geschnitten werden. Besonders reizvoll sind Kronenbäumchen. Der Umstand, dass Lantana während der Blühphase die Blütenfarbe verändern, hat ihnen zu dem Namen Wandelröschen verholfen. Dabei verändert sich die Blütenfarbe von Gelb über Orange hin zu einem kräftigen Rot. Vorsicht ist geboten, wenn Kinder zur Familie gehören: Die zunächst grünen, sich zur Reife dunkel färbenden Beeren sind sehr giftig.

Diese Website gehört zu kleingarten-infonetz.de - ein Projekt des medienbüros // FRANK FREWER